Von London nach Cornwall — acht Tage durch Englands Südwesten

Weites Panorama der Jurassic Coast mit Segelboot vor den Kreidefelsen der Old Harry Rocks
Die Jurassic Coast bei Studland, von See aus.Foto: photo clemens walzl

Cornwall liegt gute vierhundert Kilometer von London entfernt. Für uns war das im Juli 2025 ein guter Grund, den Weg dorthin nicht als Transfer zu behandeln, sondern als Teil der Reise.

Wir begannen mit zwei Nächten in London, weil eine Stadt dieser Größe mehr verdient als einen Umsteigeaufenthalt. Danach ging es westwärts: Stonehenge, wo jeder Gast das Monument mit Audiosystem im eigenen Tempo erkunden konnte. Die Kathedrale von Salisbury, einer der bedeutendsten Bauten der englischen Frühgotik, in der eines der vier erhaltenen Exemplare der Magna Charta liegt.

The Gherkin zwischen den Fassaden der City of London
Zwei Nächte London: die City zwischen Lloyd's Building und dem Gherkin.Foto: photo clemens walzl
Vergoldete Figur des Victoria Memorial vor blauem Himmel
Das Victoria Memorial vor dem Buckingham Palace.Foto: photo clemens walzl

Ab Poole führte uns eine Bootsfahrt entlang der Jurassic Coast — jenem Küstenabschnitt, der aus den Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen vertraut ist. Weiter über Buckfast Abbey nach Plymouth, wo die Pilgerväter 1620 an Bord der Mayflower gingen.

Segelboot vor den Kreidefelsen Old Harry Rocks an der Jurassic Coast
Old Harry Rocks an der Jurassic Coast, gesehen von der Bootsfahrt ab Poole.Foto: photo clemens walzl
Rot-weiß gestreifter Leuchtturm Smeaton's Tower auf einer Wiese über dem Meer
Smeaton's Tower auf der Hoe in Plymouth.Foto: photo clemens walzl

In Cornwall selbst dann die Gärten, für die die Region berühmt ist: das Eden Project mit seinen Kuppeln über einer ehemaligen Kaolingrube, die Lost Gardens of Heligan, die nach achtzig Jahren Dornröschenschlaf wiederbelebt wurden, und der subtropisch bewachsene Trebah Garden in seiner Schlucht zum Meer hinunter. Dazu St. Ives, eine kurze Zugfahrt mit Blick auf die Buchten, und Pendennis Castle über der Flussmündung.

Blick über den Baumbestand im Regenwald-Biom des Eden Project unter der gläsernen Gitterkuppel
Im Regenwald-Biom des Eden Project: Palmen und Kakao unter der Kuppel, gebaut in eine ausgediente Kaolingrube.Foto: photo clemens walzl
Hellblaue Bogenbrücke über den Teich im Trebah Garden, umgeben von Hortensien und großblättrigem Mammutblatt
Die Mallard Bridge im Trebah Garden, zwischen Hydrangea Valley und der Gunnera Passage.Foto: photo clemens walzl

Dazwischen immer wieder die Küste. An der Nordseite Cornwalls fällt das Land oft unvermittelt zum Atlantik hin ab, und im Sommer steht das Jakobskreuzkraut gelb auf den Klippenrändern. Man geht ein Stück, bleibt stehen, schaut — und merkt, dass eine Viertelstunde vergangen ist.

Steilküste mit gelb blühendem Jakobskreuzkraut über türkisfarbenem Wasser an Cornwalls Nordküste
Cornwalls Nordküste: Klippen, Jakobskreuzkraut und der Atlantik.Foto: photo clemens walzl

Was diese Reise ausgemacht hat, war ihr Tempo. Cornwall ist kein Ziel, das man abarbeitet — es war eine Reise zum Entspannen und Schauen. Ein Nachmittag in einem Garten, ohne dass der nächste Programmpunkt drängt. Ein langer Blick über die Küste, weil er es wert ist. Und dazu ein Sommer, der angenehm bleibt, während er anderswo drückend wird.

Zurück zu Unterwegs