Cornwall liegt gute vierhundert Kilometer von London entfernt. Für uns war das im Juli 2025 ein guter Grund, den Weg dorthin nicht als Transfer zu behandeln, sondern als Teil der Reise.
Wir begannen mit zwei Nächten in London, weil eine Stadt dieser Größe mehr verdient als einen Umsteigeaufenthalt. Danach ging es westwärts: Stonehenge, wo jeder Gast das Monument mit Audiosystem im eigenen Tempo erkunden konnte. Die Kathedrale von Salisbury, einer der bedeutendsten Bauten der englischen Frühgotik, in der eines der vier erhaltenen Exemplare der Magna Charta liegt.
Ab Poole führte uns eine Bootsfahrt entlang der Jurassic Coast — jenem Küstenabschnitt, der aus den Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen vertraut ist. Weiter über Buckfast Abbey nach Plymouth, wo die Pilgerväter 1620 an Bord der Mayflower gingen.
In Cornwall selbst dann die Gärten, für die die Region berühmt ist: das Eden Project mit seinen Kuppeln über einer ehemaligen Kaolingrube, die Lost Gardens of Heligan, die nach achtzig Jahren Dornröschenschlaf wiederbelebt wurden, und der subtropisch bewachsene Trebah Garden in seiner Schlucht zum Meer hinunter. Dazu St. Ives, eine kurze Zugfahrt mit Blick auf die Buchten, und Pendennis Castle über der Flussmündung.
Dazwischen immer wieder die Küste. An der Nordseite Cornwalls fällt das Land oft unvermittelt zum Atlantik hin ab, und im Sommer steht das Jakobskreuzkraut gelb auf den Klippenrändern. Man geht ein Stück, bleibt stehen, schaut — und merkt, dass eine Viertelstunde vergangen ist.
Was diese Reise ausgemacht hat, war ihr Tempo. Cornwall ist kein Ziel, das man abarbeitet — es war eine Reise zum Entspannen und Schauen. Ein Nachmittag in einem Garten, ohne dass der nächste Programmpunkt drängt. Ein langer Blick über die Küste, weil er es wert ist. Und dazu ein Sommer, der angenehm bleibt, während er anderswo drückend wird.